Geologische Exkursion der VHS Pegnitz am 03.05.08 nach Kelheim und Kloster Weltenburg
Das Thema der diesjährigen Geologischen Exkursion der VHS Pegnitz lautete „Landschaftsgeschichte der östlichen Frankenalb: Donaudurchbruch bei Weltenburg und Kelheim“. Die Sonne lachte an diesem wunderschönen Frühlingstag vom Himmel, und alle Teilnehmer genossen die Fahrt zum ersten Ziel, die Befreiungshalle in Kelheim. Bayerns König Ludwig I. – ein großer Verehrer antiker Baukunst – ließ dieses Denkmal auf hohem Felsen über Kelheim Mitte des 19. Jahrhunderts zur Erinnerung an die Kämpfe Deutschlands gegen das Joch Napoleons I. und dessen Besiegung als einen klassizistischen Rundbau errichten. Der dort verbaute Marmor stammt aus der Frankenalb und ist ein schönes Beispiel für tropische Riffe aus der geologischen Entstehungsgeschichte. Wenn man die steile Wendeltreppe bis zum oberen Umgang erklommen hat, bietet sich ein großartiger Blick auf die Donau und die Landschaft um Kelheim dar.
Diplomgeograph Dr. Thomas Reinl hatte die Teilnehmer bereits auf der Busfahrt anhand einer Tabelle weit in die Erdzeiten mit ihren Gesteinsschichten eingeführt, und so erfolgte nun der Anschauungsunterricht in einer zweistündigen Wanderung. Zunächst ging es zur Donau hinab und eine Weile am Ufer entlang. Dann liefen die Teilnehmer eine langgestreckte Anhöhe hinauf durch den Buchenwald bis zum felsigen Aussichtspunkt direkt über der Donauenge. Die Felsen brechen steil ab, der Fluss rauscht in hoher Geschwindigkeit durch sein schmales Bett. Immer wieder spannende Ausblicke am Felsenrand, der schönste jedoch auf Kloster Weltenburg und eine kleine Kapelle in der Nähe.
Ein Kletterabstieg brachte die Fahrtteilnehmer hinab zur Donau und dort ein Kahn zum anderen Ufer, an dem das bedeutende Kloster Weltenburg steht. Im Innenhof der mächtigen Anlage wurde zu Mittag gegessen, und niemand konnte sich vorstellen, dass 1999 der gesamte Komplex bis zur Decke des Erdgeschosses im Jahrhunderthochwasser versunken war.
Als nächstes war die Rückkehr nach Kelheim mit dem Ausflugsdampfer angesagt, der die Enge von der Wasserseite her erlebbar machte. In Kelheim wartete der Bus, und weiter ging die Fahrt ins Meteoriten-Tal Sausthal. Dr. Reinl führte den staunenden Exkursionsteilnehmern vor, wie sich Landschaften verändern, wenn zahlreiche Meteoriteneinschläge die Erdkruste total zerfetzen und alle Gesteine zertrümmern. Heutzutage gehört jedoch reichlich Fantasie dazu, sich vorzustellen, dass diese sanfte trichterförmig kreisrunde landwirtschaftliche Gegend vor Millionen von Jahren buchstäblich zermalmt gewesen war.
Der Besuch der Burgruine Randers über dem kleinen Ort Essing erlaubte vom Burgturm aus zum Abschluss noch einen weiten Blick ins frühlingshafte Altmühltal.